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 Aktualisiert am 17.07.2017
Als Ausländer in Polen - was Sie wissen und beachten sollten.

Bevor wir zu pragmatischen Tipps kommen, lassen Sie uns Marcin Zamorski aus seinem Buch "Wandern und Radfahren... INSEL WOLIN" zitieren:
Demzufolge herrschen bei der polnischen Bevölkerung teilweise, noch aus der sozialistischen Zeit stammende, Vorurteile gegenüber Touristen "aus dem Westen": Wonach diese reich seien, sich für etwas Besseres halten, aber auch unbeholfen sind und sich in Polen schwer zurechtfänden.

"Das Gute, das sich daraus ergibt, ist ein manchmal fast übereifriges Wohlwollen, verbunden mit Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit."

"Das Schlechte ist die gelegentliche Abneigung. Man wird aber schlimmstenfalls abschätzig angesehen - Ausländerfeindlichkeit ist sehr selten."

Marcin Zamorski rät, extravagante Kleidung zu vermeiden, sorgfältig auf Wertgegenstände zu achten und auf Polnisch "Guten Tag" und "Danke" zu lernen: "Dzień dobry" (dshjen dobry), "Dziękuję" (dshekuje).

All das deckt sich auch mit unseren Erfahrungen. Wir wurden nie abgewiesen, auf der Suche nach dem rechten Weg. Das Polnische "Dzień dobry" und ein gewinnendes Lächeln ist nahezu Garant für eine problemlose Reise. Und was die Wertgegenstände angeht, haben wir selbst bei unseren polnischen Freunden immer wieder eine hohe Sorgfalt beobachtet. Selbst im Biergarten, wo die Räder in greifbarer Nähe standen, wurde das Fahrradschloss bemüht.


An der Grenze

Für Bürger eines EU-Mitgliedslandes ist zum Passieren der Grenze ein gültiger Personalausweis oder Pass Voraussetzung.
Passkontrollen gibt es an den Grenzübergängen nicht mehr. Zollkontrollen finden an der Grenze nicht mehr statt, dafür aber gelegentlich in Grenznähe. Beachten Sie bitte die Zollbestimmungen, unter anderem ist die Einfuhr von Zigaretten nach Deutschland auf 200 Stück pro Person beschränkt.


Das Geld

Die Polnische Währung, den Złoty, abgekürzt oder auch ZL und PLN, wird es noch einige Jahre geben.
Der Wechselkurs betrugt im März 2011 etwa
1 Euro = 4,05 Złoty.
Die Preise beinhalten derzeit 22%, und ermäßigt 7%, Mehrwertsteuer.
Der Euro als Zahlungsmittel wird in der Regel nur auf den polnischen Märkten an den Grenzübergängen, in größeren Hotels und zum Teil in Restaurants in den Urlauberorten, akzeptiert.
Złoty wechseln Sie am günstigsten, indem Sie diese am Bankautomat von Ihrem Konto abheben, besonders dann, wenn Sie größere Ausgaben planen. Wechselstuben haben mitunter sehr hohe Preise oder schlechte Umrechnungskurse. Selbst an kleinen Grenzübergängen finden Sie die Wechselstuben oder ein Händler auf dem Markt tauscht Ihnen gern einige Euro.
Kreditkarten und EC-Karten werden von den meisten größeren Hotels, Restaurants und auch zunehmend von größeren Geschäften akzeptiert. Im ländlichen Raum haben Sie damit wenig Chancen.


Die Preise

Im Vergleich zu Deutschland liegen die Preise für Lebensmittel, inkl. Restaurantbesuch, etwa um 25% niedriger. Ein Fleisch- oder Fischgericht in einer normalen Gaststätte ist umgerechnet ab 5 Euro, das Bier dazu, ab 1,10 Euro zu bekommen. Für die Übernachtung in einer einfachen Pension müssen Sie ab etwa 12 Euro pro Person berappen, in besseren Hotels sind ab etwa 25 Euro zu kalkulieren.
Relativ preisgünstig sind die Fahrten mit der Bahn.
Details finden Sie hier
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Die Verpflegung

Anders als in Deutschland, sind auf polnischem Gebiet selbst in kleinen Orten Verkaufsstellen zu finden. Getränke, Wurst, Käse, Brot, frisches Obst und Gemüse, leckerer Kuchen und Gebäck sind hier auch am Wochenende erhältlich. Meist sind diese Läden auch Orte der Kommunikation. Ein paar Tische mit Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen und zu Fragen über den Ort oder den nächsten Streckenabschnitt ein.
Restaurants sind eher die Ausnahme und wenn, dann nur vereinzelt in größeren Orten zu finden.


Essen & Trinken

Ein Restaurant mit polnischer Küche erkennen Sie zweifelsohne am polnischen Nationalgericht "Bigos". Jeder Koch hat hier sein eigenes Rezept: Sauerkraut, Wurst, Fleisch und Pilze sind meist die Bestandteile. Guter Bigos wird mehrere Tage vor dem Verzehr zubereitet und soll erst nach wiederholtem Aufwärmen richtig lecker schmecken. Dazu isst man Kartoffeln oder Brot. Auch die Pierogi (Piroggen), das sind Teigtaschen, wahlweise mit Hackfleisch, Sauerkraut und Pilzen oder auch mit Käse gefüllt, sollten Sie unbedingt probieren. Was wir immer bestellen ist Barszcz, eine klare, leicht gesäuerte Rote-Rübe-Suppe. Wir möchten auch noch auf Flaki hinweisen, obwohl es nicht jedermanns Sache ist. Das sind Kutteln in einer scharf gewürzten Brühe.
Ansonsten sind diverse Fleischgerichte wie Kotelett, Schaschlik, Huhn etc. auf jeder Speisekarte zu finden. Die Beilagen, der Salat und die Soße werden üblicherweise extra bestellt und sind auch nicht im Preis für das Hauptgericht enthalten.
Getrunken wird meist Bier, zunehmend auch wieder vom Fass. Einen guten Wodka bekommen sie mit Sicherheit in jeder Gaststätte. Mineralwasser, Limonaden und Säfte sind auf jeder Karte zu finden.

Hier die Preise aus einem Restaurant in Wolin (2011):

Barszcz mit Krokette 7,00 zł 1,75 Euro
Zupa ognist Magellana (Zwiebelsuppe) 6,00 zł 1,50 Euro
Bigos polski 6,00 zł 1,50 Euro
Kotlet (Schweinekotelett, Kartoffeln, Gemüse) 14,00 zł 3,50 Euro
Pierogi z mięsem 8,00 zł 2,00 Euro
Pierogi ruskie (Piroggen mit Käse) 7,00 zł 1,75 Euro


Die Radwege und ihre Beschilderung

Ausgebaute Fahrradwege, wie wir sie teilweise in Deutschland kennen, gibt es in der von uns beschriebenen Region (noch) nicht, abgesehen von einigen wenigen kombinierten Fuß-/Radwegen in Szczecin selbst. Es wurde begonnen Feld- und Waldwege sowie Nebenstraßen als Radwege zu kennzeichnen, wobei einige kurze Abschnitte sich als nicht oder nur schwer befahrbare Sandwege darstellen. Auf diese Passagen haben wir in den Etappenbe-schreibungen besonders hingewiesen. Einen besonderen Reiz stellen für uns immer wieder die asphaltierten Nebenstraßen dar. Fährt man hier doch meist lange Zeit, ohne ein Auto zu begegnen.
Die Radweg-Beschilderung ist hinsichtlich ihrer Intensität sehr unter-schiedlich. Zunehmend, besonders auf der Insel Wolin, ist eine hervorragende Beschilderung zu finden. Die Route zwischen Wolin und
Międzyzdroje ist uns in guter Erinnerung. Es gibt allerdings auch sehr viele Stellen, wo wir bei der Erkundung der Routen die Schilder echt vermisst haben. Wir empfehlen Ihnen daher, nach den von uns dargestellten Wegbeschreibungen zu fahren. Beruhigend ist, dass die Orte in der Regel nicht sehr weit auseinander liegen, eine kilometerlange Irrfahrt ist demnach nahezu ausgeschlossen.
Eine besondere Herausforderungen sind die Ortsdurchfahrten. Neben dem zum Teil sehr schlechten Fahrbahnbelag, gibt es hier immer wieder freilaufende Hunde, die es zu besänftigen gilt. Das Fahren im Zentrum von Szczecin/Stettin birgt, wegen des dichten Verkehrs, der fehlenden Radwege und der Fahrbahnschäden, ein ausgesprochen hohes Risiko. Unser Vorschlag ist es, hier ein Stück mit der Bahn zu fahren.


Die Übernachtung

In den von uns beschriebenen Etappenorten, Gryfino, Szczecin, Stępnica, Wolin, Świnoujście und auch in Trebież sollten Sie mit etwas Mühe und Glück, auch unangekündigt, Übernachtungsmöglichkeiten finden. Erstklassige, hochpreisige Hotels, die mit jedem vorstellbaren Service aufwarten, finden Sie in Szczecin, Świnoujście und Międzyzdroje. Die meisten Orte weisen aber auch Zelt- bzw. Campingplätze aus. Die in vielen Ländern üblichen Schilder "Privat-Zimmer zu vermieten" sind nur in Międzyzdroje zu finden. Achten Sie bei der Wahl der Herberge bitte darauf, dass Sie die Räder an einem sichern Ort einschließen lassen können.
Wenn Sie die Übernachtungen planen wollen, können Ihnen bestimmt die Touristinformationen helfen:
    Tourist-Informationen